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Das Berliner Kunsthistorische Seminar 1930-1950

Das Kunsthistorische Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin stellte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das größte Universitätsinstitut der Kunstgeschichte dar. Hier lehrten im Wintersemester 1932/33 16 Dozenten, die Zahl der Studierenden betrug etwa 100. In den Jahren 1933 bis 1939 wurde jedoch nahezu das gesamte Kollegium ausgetauscht. Neben wenigen Neuberufungen bildeten politische und rassistische Motive die Grundlage für ausgesprochene Berufsverbote. Von 1931 bis 1935 leitete Albert Erich Brinckmann als Ordinarius das Institut. Er musste 1935 Wilhelm Pinder weichen, der bis zu seiner Entlassung 1945 in Berlin lehrte. Während Brinckmann vor allem zur nachmittelalterlichen Kunst in Deutschland, Italien und Frankreich las, lag Pinders Schwerpunkt in der Lehre auf mittelalterlicher Kunst in Deutschland. Neben seiner Tätigkeit als Dozent und Institutsleiter vertrat er seine Sicht auf die deutsche Kunst auf zahlreichen Auslandsvortragsreisen und war neben Richard Sedlmaier Herausgeber der kunsthistorischen Schriften im "Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften".

Die Schwerpunkte von Forschung und Lehre waren im Untersuchungszeitraum ingesamt jedoch weit gefächert. Sie umfassten neben den traditionellen Themen der Kunstgeschichte der deutschen und europäischen Kunst und Architektur auch die außereuropäischen Künste. Kennzeichnend sind ebenfalls Kooperationen mit Museen sowie interdisziplinäre Zusammenschlüsse mit der Landesgeschichte. So wurde unter der Leitung von Wilhelm Pinder 1937 die Abteilung Kunstgeschichte des "Provinzialinstitutes für brandenburgische Landes- und Volkskunde" eingerichtet. In der unmittelbaren Nachkriegszeit vollzog sich unter den Professoren Friedrich Winkler und Richard Hamann der Wiederaufbau der Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Neben der Dokumentation von Lehre und Forschung am Institut werden vertiefend die Bedeutung der außereuropäischen Kunstgeschichte zwischen "Weltoffenheit" und "kolonialem Gedanken"œsowie Kooperationen mit den Museen Untersuchungsgegenstand sein. Daneben bildet die deutsche kunsthistorische "Ostforschung" einen besonderen Schwerpunkt. Der Erforschung dieses Themas, die Professor Adam Labuda, seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Kunstgeschichte initiierte, widmet sich das Dissertationsprojekt "Kunsthistorische Ostforschung im Nationalsozialismus".

Mitarbeiterinnen Sabine Arend, M.A. und Dr. des. Nikola Doll

 

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